Borrelien-IgG-Antikörper – Marker eines früheren Kontakts
Borrelien-IgG-Antikörper weisen auf einen früheren Kontakt mit Borrelia-Bakterien hin. Ergebnis kann positiv, negativ oder grenzwertig sein.
Aktualisiert: 31.8.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was sind Borrelien-IgG-Antikörper?
Borrelien-IgG-Antikörper sind Antikörper der Klasse IgG, die das Immunsystem als Reaktion auf *Borrelia burgdorferi* bildet, das Bakterium, das die Lyme-Borreliose verursacht. Sie treten typischerweise einige Wochen nach einer Infektion auf und können jahrelang nachweisbar bleiben.
Wie werden die Ergebnisse interpretiert?
Ergebnisse werden als positiv, negativ oder grenzwertig angegeben. Die Grenzwerte sind laborabhängig. Standardmäßig wird ein zweistufiges Testverfahren angewendet: ELISA-Suchtest gefolgt von Western Blot bei positivem oder grenzwertigem Ergebnis.
Was kann ein positives Ergebnis bedeuten?
Ein positives Ergebnis kann auf einen früheren Kontakt mit *Borrelia*-Bakterien hinweisen. IgG-Antikörper können auch nach erfolgreicher Behandlung noch jahrelang nachweisbar sein. Das Ergebnis sollte stets gemeinsam mit den aktuellen Beschwerden und der klinischen Vorgeschichte bewertet werden.
Was kann ein negatives Ergebnis bedeuten?
Ein negatives Ergebnis kann bedeuten, dass kein früherer Kontakt stattgefunden hat, oder dass die Untersuchung zu früh durchgeführt wurde. Antikörper benötigen mehrere Wochen zur Bildung. In seltenen Fällen können Personen mit Immunsuppression keine nachweisbaren Antikörper entwickeln.
Wie geht es weiter?
Besprechen Sie Ihr Ergebnis mit Ihrem Arzt. Bei einem positiven Befund werden Western-Blot-Bestätigung und IgM-Bestimmung empfohlen. Bei negativem Ergebnis nach einem kürzlichen Zeckenstich kann Ihr Arzt eine Wiederholung nach einigen Wochen raten.
Verlauf und Kontrolle
Borrelien-IgG-Antikörper bleiben lange nachweisbar und eignen sich nicht zur Verlaufskontrolle des Behandlungserfolgs. Vorbeugung durch Zeckenschutzmaßnahmen ist wichtiger als wiederholte Testungen.
Fragen an Ihren Arzt
- Weist mein Ergebnis auf eine aktive Infektion oder nur auf einen früheren Kontakt hin?
- Ist eine Western-Blot-Bestätigung erforderlich?
- In welchem Zusammenhang stehen meine Beschwerden mit diesem Ergebnis?
- Könnte der Zeitpunkt des möglichen Kontakts die Zuverlässigkeit beeinflussen?
- Sollte ich diesen Test wiederholen lassen, und wenn ja, wann?