Was ist die BSG (Blutsenkung)?
Die BSG misst unspezifische Entzündungen anhand der Senkungsgeschwindigkeit roter Blutkörperchen. Referenzwerte, Ursachen und Verlauf.
Aktualisiert: 25.8.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
| Für wen | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Männer | – – 15 | mm/hr |
| Frauen | – – 20 | mm/hr |
| Erwachsene(optimal) | – – 10 | mm/hr |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was ist die BSG
Die BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit), international als ESR bekannt, ist einer der ältesten und am häufigsten verwendeten Bluttests zur Messung unspezifischer Entzündungen im Körper.
Das Prinzip ist einfach: Blut wird in ein spezielles Röhrchen gefüllt und eine Stunde stehen gelassen. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sinken allmählich auf den Boden. Je schneller sie sinken, desto höher ist die BSG. Bei Entzündungen steigen bestimmte Proteine (Fibrinogen, Globuline) im Blut an, die dazu führen, dass die Erythrozyten verklumpen und schneller sinken.
Wichtig: Die BSG ist kein diagnostischer Test — sie identifiziert weder Quelle noch Art der Entzündung. Sie ist wie ein Fieberthermometer: zeigt an, dass etwas passiert, erklärt aber nicht, was genau.
Referenzwerte
Die BSG wird in mm/h gemessen. Referenzwerte unterscheiden sich nach Geschlecht:
- Männer: weniger als 15 mm/h
- Frauen: weniger als 20 mm/h
Wichtiger Hinweis: Mit dem Alter steigt die BSG-Referenzgrenze natürlicherweise an. Einige Quellen schlagen eine Näherungsformel vor: für Männer — Alter geteilt durch 2, für Frauen — (Alter + 10) geteilt durch 2. Das bedeutet, dass bei einem 70-Jährigen eine BSG von 30–35 mm/h weniger besorgniserregend sein kann als bei einem 30-Jährigen.
Warum die BSG erhöht sein kann
Eine erhöhte BSG ist ein unspezifisches Signal — sie kann mit vielen verschiedenen Zuständen zusammenhängen:
- Infektionen: Bakterielle Infektionen erhöhen die BSG in der Regel stärker als virale. Bei akuten Infektionen kann die BSG 100 mm/h und mehr erreichen.
- Autoimmunerkrankungen: Rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes und andere Autoimmunerkrankungen sind häufig mit einer dauerhaft erhöhten BSG verbunden.
- Onkologische Erkrankungen: Einige Krebsformen (insbesondere Lymphome, Myelom) können die BSG deutlich erhöhen.
- Anämie: Eine niedrige Erythrozytenzahl verändert die Sedimentationsdynamik und kann die BSG künstlich erhöhen.
- Schwangerschaft: Die BSG steigt während der Schwangerschaft an, was physiologisch normal ist.
- Adipositas: Übergewicht ist aufgrund chronischer niedriggradiger Entzündung mit einer leicht erhöhten BSG verbunden.
- Höheres Alter: Wie erwähnt steigen die Referenzgrenzen mit dem Alter.
Warum die BSG niedrig sein kann
Eine sehr niedrige BSG ist meist klinisch nicht bedeutsam, aber einige Zustände können sie senken:
- Polyzythämie: Ein Überschuss an roten Blutkörperchen erschwert deren Sedimentation.
- Sichelzellanämie: Verformte Erythrozyten sinken langsamer.
- Bestimmte Medikamente: Kortikosteroide und andere Immunsuppressiva können die BSG senken.
- Sehr niedriger Fibrinogenspiegel: In seltenen Fällen bei Gerinnungsstörungen.
Was als Nächstes zu tun ist
Wenn die BSG erhöht ist, empfiehlt es sich, sie zusammen mit anderen Entzündungsmarkern zu bewerten, insbesondere dem C-reaktiven Protein (CRP). CRP reagiert schneller (innerhalb von Stunden), während die BSG langsamer ansteigt (über Tage), sodass beide zusammen ein vollständigeres Bild liefern.
Aus Lebensstil-Perspektive unterstützen folgende Maßnahmen die Reduktion chronischer Entzündungen:
- Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Omega-3-Fettsäuren.
- Regelmäßige moderate körperliche Aktivität.
- Ausreichend Schlaf und Stressbewältigung.
- Gewichtsnormalisierung bei Übergewicht.
Verlaufskontrolle
Die BSG ist ein gutes Instrument zur Überwachung chronischer Entzündungen, da sie auf langsamere Veränderungen reagiert als CRP. Dies ist besonders nützlich bei der Überwachung der Aktivität von Autoimmunerkrankungen oder der Wirksamkeit einer Behandlung.
Wenn die BSG aufgrund einer akuten Infektion erhöht war, sollte sie sich innerhalb von 2–4 Wochen nach der Genesung normalisieren. Bleibt die BSG ohne klare Ursache über längere Zeit erhöht, ist dies ein Signal für eine eingehendere Untersuchung. Eine jährliche BSG-Kontrolle zusammen mit CRP ist ein informativer Bestandteil des Entzündungsprofils.
Fragen an Ihren Arzt
1. Erfordert meine BSG-Abweichung zusätzliche Untersuchungen, und welche konkret? 2. Wurden CRP oder andere Entzündungsmarker gleichzeitig bestimmt? 3. Sollte mein Alter bei der Bewertung dieses Ergebnisses berücksichtigt werden? 4. Wie lange sollte ich mit der Wiederholung des Tests warten, wenn ich gerade eine Infektion überstanden habe? 5. Gibt es Symptome, auf die ich achten und bei denen ich dringend ärztlichen Rat suchen sollte?
*Dies ist keine medizinische Beratung. Besprechen Sie gesundheitliche Entscheidungen mit Ihrem Arzt.*