Mittl. Hämoglobingehalt (MCH)
MCH misst den durchschnittlichen Hämoglobingehalt eines Erythrozyten (pg). Niedrige Werte deuten auf Eisenmangel hin, hohe Werte auf B12- oder Folsäuremangel.
Aktualisiert: 19.9.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
| Für wen | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene | 27 – 33 | pg |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was ist MCH
MCH (Mean Corpuscular Hemoglobin) ist die durchschnittliche Hämoglobinmenge in einem einzelnen roten Blutkörperchen, gemessen in Pikogramm (pg). Einfach ausgedrückt zeigt dieser Wert, wie viel sauerstofftransportierendes Protein in jedem roten Blutkörperchen enthalten ist.
MCH steht in engem Zusammenhang mit dem MCV (mittleres Erythrozytenvolumen). Kleinere Zellen enthalten in der Regel weniger Hämoglobin, größere mehr. Daher bewegen sich MCH und MCV häufig in dieselbe Richtung.
Referenzwerte
- Normalbereich: 27–33 pg
- Die Grenzwerte gelten gleichermaßen für Männer und Frauen
Liegt MCH unter 27 pg, werden die roten Blutkörperchen als hypochrom bezeichnet (blasser, weniger Hämoglobin). Liegt er über 33 pg, spricht man von hyperchromen Erythrozyten.
Warum MCH erhöht sein kann
Ein erhöhter MCH (>33 pg) bedeutet, dass die roten Blutkörperchen mehr Hämoglobin als üblich enthalten. Dies ist am häufigsten verbunden mit:
- Vitamin-B12-Mangel — die Erythrozyten sind größer und enthalten mehr Hämoglobin
- Folsäuremangel
- Alkoholkonsum — schon geringe Mengen können die Erythrozytengröße und den MCH erhöhen
- Lebererkrankungen
- Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
- Bestimmten Medikamenten (Methotrexat, Antikonvulsiva)
Ein erhöhter MCH geht häufig mit einem erhöhten MCV einher — beide Werte weisen darauf hin, dass die roten Blutkörperchen größer als normal sind.
Warum MCH niedrig sein kann
Ein niedriger MCH (<27 pg) bedeutet, dass die roten Blutkörperchen weniger Hämoglobin enthalten als benötigt:
- Eisenmangel — die häufigste Ursache
- Thalassämie — eine erbliche Anomalie der Hämoglobinstruktur
- Anämie bei chronischen Erkrankungen — Entzündung schränkt die Eisennutzung für die Hämoglobinproduktion ein
- Chronischer Blutverlust — der Körper kann die Eisenreserven nicht schnell genug auffüllen
Was mit den Ergebnissen zu tun ist
MCH wird selten allein bewertet — er ist Teil des großen Blutbilds und wird zusammen mit anderen Werten interpretiert:
- Niedriger MCH + niedriger MCV + niedriges Ferritin → typisch für Eisenmangelanämie
- Hoher MCH + hoher MCV → B12 und Folsäure sollten überprüft werden
- Normaler MCH bei anderen Auffälligkeiten → die Ursache kann woanders liegen
Wenn MCH nur leicht außerhalb des Referenzbereichs liegt (z. B. 26 pg) und andere Werte im Normbereich sind, bedeutet das nicht zwangsläufig eine Erkrankung. Wiederkehrende Abweichungen sollten jedoch mit einem Arzt besprochen werden.
Verlaufsbeobachtung
Wie MCV ändert sich MCH langsam — rote Blutkörperchen leben etwa 120 Tage, daher werden die Eigenschaften neuer Zellen nur allmählich sichtbar. Die Beobachtung des MCH über mehrere Monate kann einen Trend aufzeigen: ob der Hämoglobingehalt in den Zellen sinkt (möglicher Eisenmangel) oder steigt.
Im QbiLabs-Diagramm sehen Sie MCH zusammen mit MCV und Hämoglobin — das Gesamtbild an einem Ort hilft Ihnen, Ihre Laborwerte besser zu verstehen.
Fragen für Ihren Arzt
1. Was bedeutet mein MCH-Wert — könnte er mit einer Anämie zusammenhängen? 2. Sollte ich meine Eisenspeicher überprüfen lassen (Ferritin, Eisen, TIBC)? 3. Könnten erbliche Hämoglobinstörungen in meinem Fall eine Rolle spielen? 4. Wie verhält sich mein MCH im Vergleich zu den anderen Werten meines Blutbilds? 5. Muss ich meine Ernährung aufgrund dieses Ergebnisses anpassen?