Thrombozytenverteilungsbreite (PDW): Ein Leitfaden
Die Thrombozytenverteilungsbreite (PDW) zeigt die Größenvariabilität der Blutplättchen. Erfahren Sie, was ein erhöhter oder erniedrigter PDW-Wert bedeutet.
Aktualisiert: 30.8.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
| Für wen | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene | 9 – 17 | fL |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was ist PDW?
Die Thrombozytenverteilungsbreite (PDW) ist ein Parameter des großen Blutbilds, der in Femtolitern (fL) oder Prozent gemessen wird. Er zeigt, wie stark die Thrombozyten in ihrer Größe voneinander abweichen. Je höher der PDW, desto größer ist die Variabilität der Thrombozytengröße — sowohl sehr kleine als auch sehr große Thrombozyten sind im Blut vorhanden.
PDW ergänzt andere Thrombozytenparameter — Thrombozytenzahl, MPV und Thrombozytenanteil — und hilft dem Arzt, Thrombozytenproduktions- und Abbauprozesse im Knochenmark präziser zu beurteilen.
Referenzbereich
Der typische PDW-Wert für Erwachsene beträgt 9,0–17,0 fL. In manchen Laboren wird der PDW als Prozentsatz angegeben, daher ist es immer wichtig, das Ergebnis mit den spezifischen Referenzwerten des jeweiligen Labors zu vergleichen.
Eine geringe Abweichung vom Referenzbereich bedeutet nicht zwingend eine Erkrankung — der Arzt bewertet den PDW stets im Kontext anderer Parameter.
Warum kann PDW erhöht sein?
Ein erhöhter PDW zeigt eine größere Variabilität der Thrombozytengröße, was bedeuten kann:
- Aktive Thrombozytenproduktion — das Knochenmark produziert intensiv neue (größere) Thrombozyten aufgrund erhöhten Bedarfs
- Myeloproliferative Erkrankungen — bestimmte Knochenmarkserkrankungen verursachen eine ungleichmäßige Thrombozytenproduktion
- Sepsis oder schwere Infektionen — eine PDW-Erhöhung kann ein Frühzeichen einer Sepsis sein
- Thromboembolische Zustände — ein hoher PDW ist mit erhöhtem Thromboserisiko assoziiert
- Maligne Tumoren — bestimmte Krebsarten können die Thrombozytenproduktion verändern
- Eisenmangel
Warum kann PDW erniedrigt sein?
Ein erniedrigter PDW bedeutet, dass die Thrombozyten größenmäßig ähnlich sind (geringe Variabilität). Dies kann sein:
- Ein Normalbefund — wenn alle anderen Parameter im Normbereich liegen, ist ein niedriger PDW in der Regel unbedenklich
- Knochenmarksuppression — wenn die Thrombozytenproduktion reduziert ist, können neue Thrombozyten größenmäßig einheitlich sein
- Aplastische Anämie
- Wirkungen bestimmter Medikamente (z. B. Chemotherapie)
Wichtig zu wissen: Ein erniedrigter PDW wird selten isoliert bewertet — er wird stets zusammen mit anderen Blutbildparametern analysiert.
Was ist als Nächstes zu tun?
Wenn der PDW-Wert außerhalb des Referenzbereichs liegt:
1. Keine Panik — PDW allein deutet selten auf eine ernsthafte Erkrankung hin 2. Weitere Thrombozytenparameter beachten — Thrombozytenzahl, MPV, Thrombozytenanteil 3. Das Ergebnis mit dem Arzt besprechen, besonders bei Symptomen einer Entzündung, Infektion oder Blutung 4. Den Test wiederholen, falls der Arzt es empfiehlt — das hilft, die Entwicklung im Zeitverlauf zu beurteilen 5. Gesunden Lebensstil pflegen — ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eisen, Folsäure und B12 unterstützt eine normale Thrombozytenproduktion
Verlaufsbeobachtung
PDW ist kein Parameter, der typischerweise separat überwacht wird. Er wird als Teil des Blutbilds beurteilt, wenn der Arzt Thrombozytenveränderungen überwacht. Regelmäßige Blutbilder helfen festzustellen, ob die Variabilität der Thrombozytengröße zunimmt oder abnimmt — dies kann eine sich entwickelnde oder sich rückbildende Entzündung, die Knochenmarksreaktion auf eine Behandlung oder Krankheitsdynamik widerspiegeln.
Wenn PDW aufgrund einer Infektion erhöht war, zeigt seine Normalisierung, dass der Körper sich erholt.
Fragen an Ihren Arzt
- Ist meine PDW-Veränderung angesichts der anderen Parameter klinisch bedeutsam?
- Benötige ich aufgrund des erhöhten PDW weitere Untersuchungen?
- Könnte der abnorme PDW mit meiner aktuellen Erkrankung oder meinen Medikamenten zusammenhängen?
- Wie oft sollte ich das große Blutbild wiederholen?
- Welche Warnsignale sollten mich veranlassen, sofort ärztliche Hilfe zu suchen?