Retikulozyten-Hämoglobin (RET-He) – Eisenversorgung in Echtzeit
RET-He misst den Hämoglobingehalt in neuen roten Blutkörperchen und zeigt die Eisenverfügbarkeit in Echtzeit – oft bevor das Hämoglobin selbst abfällt.
Aktualisiert: 30.8.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
| Für wen | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene | 28 – 35 | pg |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was ist Retikulozyten-Hämoglobin (RET-He)?
RET-He misst die Hämoglobinmenge in Retikulozyten – unreifen roten Blutkörperchen, die in den letzten 1–2 Tagen aus dem Knochenmark freigesetzt wurden. Da Retikulozyten so frisch gebildet sind, spiegelt RET-He wider, wie viel Eisen dem Knochenmark zum Zeitpunkt ihrer Produktion zur Verfügung stand.
Dadurch unterscheidet sich RET-He grundlegend von Ferritin (Langzeitspeicher) oder Hämoglobin (Durchschnitt aller Zellen mit einer Lebensdauer von 120 Tagen). RET-He liefert eine Echtzeit-Momentaufnahme der Eisenverfügbarkeit für die Erythropoese.
Referenzbereich
28 – 35 pg
Referenzbereiche können je nach Laborplattform variieren.
Warum könnte der Wert niedrig sein?
Ein niedriger RET-He-Wert bedeutet, dass nicht ausreichend Eisen das Knochenmark erreicht:
- Absoluter Eisenmangel – erschöpfte Eisenspeicher. RET-He fällt häufig, bevor sich das Hämoglobin verändert.
- Funktioneller Eisenmangel – Speicher können normal sein, aber der Eisentransport ist beeinträchtigt (chronische Entzündung, chronische Nierenerkrankung).
- Eisenrestringierte Erythropoese – Entzündungszytokine blockieren die Eisenmobilisierung.
- Kürzlich unzureichende Eisenzufuhr über die Ernährung.
Warum könnte der Wert erhöht sein?
- Eisenüberladung (Hämochromatose, übermäßige Supplementierung).
- Bestimmte hämolytische Zustände mit kompensatorischer Erythropoese.
- Thalassämie-Merkmal.
Was als Nächstes tun?
RET-He ist am aussagekräftigsten in Kombination mit Serumferritin, Transferrinsättigung, Hämoglobin und MCV. Beginnen Sie keine Eisensupplementierung auf eigene Faust, nur weil RET-He niedrig ist.
Verlaufsbeobachtung
RET-He beginnt innerhalb von 1–2 Wochen nach Beginn einer wirksamen Eisentherapie zu steigen – deutlich bevor Hämoglobin oder MCV sich verbessern. Dies ermöglicht eine frühzeitige Bestätigung, dass die Behandlung wirkt. Bei Patienten unter erythropoesestimulierenden Substanzen steuert der serielle RET-He-Wert die Eisendosierung.
Fragen an Ihren Arzt
1. Weist mein RET-He auf einen funktionellen oder absoluten Eisenmangel hin? 2. Würden weitere Tests (löslicher Transferrinrezeptor, CRP, vollständiges Eisenprofil) meinen Status klären? 3. Wenn ich eine Eisensupplementierung beginne, wie schnell sollte sich RET-He normalisieren? 4. Wie häufig sollte RET-He während der Behandlung neu gemessen werden? 5. Gibt es Ernährungsänderungen, die meinen RET-He-Wert verbessern könnten?