Transferrin: Eisentransport im Blut
Was ist Transferrin, Normwerte (2,0-3,6 g/L), warum es erhöht oder erniedrigt sein kann und was mit den Ergebnissen zu tun ist.
Aktualisiert: 5.9.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
| Für wen | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene | 2 – 3.6 | g/L |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was ist Transferrin
Transferrin ist ein in der Leber produziertes Protein, dessen Hauptfunktion der Eisentransport im Blut ist. Es transportiert Eisen aus dem Darm (wo es aus der Nahrung aufgenommen wird) und aus Abbaustellen alter roter Blutkörperchen zum Knochenmark, wo neue rote Blutkörperchen gebildet werden. Die Transferrinmenge im Blut hilft bei der Beurteilung des Eisenstoffwechsels und ist ein wichtiger Bestandteil des Eisenprofils zusammen mit Ferritin, Eisen und Transferrinsättigung (TSAT).
Die Untersuchung wird aus einer venösen Blutprobe durchgeführt. Das Ergebnis wird in g/L angegeben.
Referenzbereiche
Der am häufigsten verwendete Bereich für Erwachsene:
- 2,0 -- 3,6 g/L
Diese Bereiche können zwischen Laboren leicht variieren. Die Bereiche für Schwangere, Kinder und ältere Erwachsene können abweichen. Richten Sie sich immer nach den Referenzbereichen Ihres spezifischen Labors.
Warum Transferrin erhöht sein kann
- Eisenmangel -- dies ist die häufigste Ursache. Wenn der Eisenspiegel im Körper niedrig ist, produziert die Leber mehr Transferrin, um das verfügbare Eisen effizienter zu sammeln.
- Schwangerschaft -- physiologischer Anstieg aufgrund erhöhten Eisenbedarfs.
- Einnahme oraler Kontrazeptiva -- Östrogen stimuliert die Transferrinproduktion.
- Latenter Eisenmangel -- selbst wenn das Hämoglobin noch normal ist, kann das Transferrin bereits erhöht sein.
Warum Transferrin erniedrigt sein kann
- Chronische Erkrankungen und Entzündungen -- bei Entzündungsprozessen reduziert die Leber die Transferrinproduktion (Transferrin ist ein negatives Akute-Phase-Protein).
- Lebererkrankungen -- verminderte Proteinsynthese.
- Nephrotisches Syndrom -- Verlust von Transferrin über die Nieren.
- Mangelernährung -- insbesondere Proteinmangel.
- Eisenüberladung (Hämochromatose) -- bei Eisenüberschuss reduziert der Körper die Produktion des Transportproteins.
Was Sie mit Ihren Ergebnissen tun sollten
Transferrin allein liefert kein vollständiges Bild -- es sollte zusammen mit anderen Eisenprofilmarkern beurteilt werden:
- Ferritin spiegelt die Eisenspeicher wider.
- Transferrinsättigung (TSAT) -- wie stark das Transferrin mit Eisen beladen ist. Eine niedrige TSAT (unter 20 %) deutet auf Eisenmangel hin; eine hohe TSAT (über 50 %) kann auf eine Überladung hinweisen.
- Hämoglobin und Erythrozytenindizes (MCV, MCH) -- ob bereits eine Anämie vorliegt.
Wenn Transferrin erhöht und Ferritin niedrig ist, ist dies ein typisches Zeichen für Eisenmangel, selbst wenn das Hämoglobin noch normal ist. Ihr Arzt kann Ernährungsanpassungen oder Eisenpräparate empfehlen.
Verlaufskontrolle
Der Transferrinspiegel ändert sich langsam -- eine Kontrolluntersuchung ist nach 2-3 Monaten sinnvoll, insbesondere wenn eine Eisensubstitution begonnen wurde. Die Überwachung ist wichtig für Schwangere, nach Blutverlusten, für Vegetarier und Veganer sowie für Patienten mit chronischen Erkrankungen.
Fragen an Ihren Arzt
1. Deuten meine Transferrin- und Ferritinwerte auf einen Eisenmangel hin? 2. Sollte eine Transferrinsättigung bestimmt werden, um das Eisenprofil zu vervollständigen? 3. Könnte meine chronische Erkrankung oder meine Medikamente den Transferrinspiegel beeinflussen? 4. Wann sollte ich den Test wiederholen, um den Verlauf zu beurteilen?