Vitamin B1 (Thiamin): Leitfaden zum Bluttest
Vitamin B1 (Thiamin) im Blut: Referenzbereich 70–180 nmol/L, Mangelursachen, Einfluss von Alkohol und Diuretika, Fragen an den Arzt.
Aktualisiert: 30.9.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
| Für wen | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene | 70 – 180 | nmol/L |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was ist Vitamin B1
Vitamin B1, auch Thiamin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin, das für den Kohlenhydratstoffwechsel und die Funktion des Nervensystems unentbehrlich ist. Es ist an der Energiegewinnung aus der Nahrung beteiligt — ohne Thiamin kann der Körper Glukose nicht effizient in Energie umwandeln.
Thiamin wird über die Nahrung aufgenommen: Vollkornprodukte, Schweinefleisch, Hülsenfrüchte, Samen und Nüsse. Vitamin B1 wird im Körper nicht in großen Mengen gespeichert, daher ist eine regelmäßige Zufuhr über die Ernährung wichtig.
Beim Bluttest wird Thiamin im Vollblut gemessen (nicht nur im Serum), da der größte Teil des Thiamins in den roten Blutkörperchen vorliegt.
Referenzwerte
Die üblichen Referenzwerte für Vitamin B1 im Blut liegen bei 70–180 nmol/L. Laborbereiche können je nach Methode variieren, daher sollte der Wert stets mit den Referenzgrenzen des jeweiligen Labors verglichen werden.
Ein Wert unter 70 nmol/L weist auf einen möglichen Mangel hin, der klinische Relevanz haben kann.
Warum Vitamin B1 erhöht sein kann
Erhöhte Vitamin-B1-Spiegel im Blut sind selten und geben in der Regel keinen Anlass zur klinischen Besorgnis. Da Thiamin wasserlöslich ist, wird ein Überschuss meist über die Nieren ausgeschieden.
Hohe Spiegel können bei der Einnahme hochdosierter B1-Präparate oder Multivitaminpräparate auftreten. Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann die Thiaminausscheidung verlangsamen und zu höheren Werten führen.
Warum Vitamin B1 niedrig sein kann
Die häufigsten Ursachen für einen niedrigen Vitamin-B1-Spiegel sind unzureichende Ernährung und erhöhter Verbrauch. Alkoholkonsum ist einer der bedeutsamsten Risikofaktoren — Alkohol stört die Thiaminabsorption im Darm und erhöht dessen Ausscheidung.
Weitere Ursachen sind: unausgewogene Ernährung (besonders auf Basis von poliertem Reis), chronische Verdauungsstörungen, Langzeitanwendung von Diuretika (erhöhen die Thiaminausscheidung im Urin), Diabetes mellitus (erhöhter Thiaminverbrauch) sowie Herzinsuffizienz.
Schwerer B1-Mangel kann Beriberi (kardiale und neurologische Form) oder eine Wernicke-Enzephalopathie verursachen — eine akute neurologische Erkrankung, die häufig mit Alkoholismus assoziiert ist.
Was als Nächstes zu tun ist
Wenn Ihr Vitamin-B1-Spiegel niedrig ist, besprechen Sie mögliche Ursachen mit Ihrem Arzt. Möglicherweise wird empfohlen, die Ernährung zu überprüfen und mehr thiaminreiche Lebensmittel einzubeziehen: Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Schweinefleisch und Sonnenblumenkerne.
Wenn Sie regelmäßig Alkohol trinken, ist dies eine wichtige Information für Ihren Arzt. Ihr Arzt kann eine Thiaminergänzung und die Überwachung neurologischer Symptome empfehlen.
Wenn Sie Diuretika einnehmen, kann eine zusätzliche Beurteilung des Vitamin-B1-Spiegels erforderlich sein.
Verlaufsbeobachtung
Vitamin B1 wird nicht routinemäßig bestimmt — es wird meist bei spezifischen Indikationen angeordnet: neurologische Symptome, Alkoholanamnese, Herzinsuffizienz oder ungeklärte Müdigkeit.
Wird ein Mangel festgestellt, ist eine Kontrolluntersuchung nach 1–2 Monaten sinnvoll, sobald eine Behandlung begonnen oder die Ernährung angepasst wurde. Ergänzende Laborwerte: B12, Folsäure, Magnesium.
Fragen an Ihren Arzt
1. Deutet mein B1-Wert auf einen klinisch relevanten Mangel hin? 2. Könnten mein Lebensstil oder Medikamente zu einem B1-Mangel beitragen? 3. Sollten andere B-Gruppen-Vitamine getestet werden? 4. Wie lange sollte ich Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, wenn sie notwendig sind? 5. Könnten meine Symptome mit einem Thiaminmangel zusammenhängen?