Laktatdehydrogenase (LDH): Was der Wert bedeutet
Was ist LDH, welche Normwerte gelten, warum LDH erhöht oder niedrig sein kann und was bei auffälligen Ergebnissen zu tun ist.
Aktualisiert: 3.9.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
| Für wen | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsene | 125 – 220 | U/L |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was ist LDH?
Laktatdehydrogenase (LDH) ist ein Enzym, das am Glukosestoffwechsel beteiligt ist — es katalysiert die Umwandlung von Pyruvat zu Laktat und umgekehrt. Es ist einer der wichtigsten Beteiligten am zellulären Energiegewinnungsprozess.
LDH kommt in nahezu allen Körpergeweben vor: im Herzen, in der Leber, in den Nieren, in den Muskeln, in der Lunge, im Gehirn und in den Blutzellen. Es gibt fünf LDH-Isoformen (LDH-1 bis LDH-5), die jeweils in unterschiedlichen Organen vorherrschen. Beispielsweise findet sich LDH-1 hauptsächlich im Herzen und in den roten Blutkörperchen, während LDH-5 in der Leber und in der Skelettmuskulatur vorkommt.
Wenn Zellen eines Organs geschädigt werden oder absterben, wird das in ihnen enthaltene LDH ins Blut freigesetzt. Daher ist ein erhöhter LDH-Wert im Blut ein unspezifischer, aber wichtiger Marker für Gewebeschäden. Er beantwortet nicht die Frage, wo genau das Problem liegt, signalisiert aber, dass irgendwo im Körper ein pathologischer Prozess stattfindet.
Normwerte
Der normale Gesamt-LDH-Wert im Blut bei Erwachsenen liegt in der Regel bei:
- 125–220 U/L
Diese Bereiche können je nach Labor, verwendeten Reagenzien und Analysemethoden leicht variieren, daher ist es immer wichtig, Ihre Ergebnisse mit den vom jeweiligen Labor angegebenen Referenzwerten zu vergleichen.
Zu beachten ist, dass der LDH-Wert durch Hämolyse — den Zerfall roter Blutkörperchen während der Probenentnahme oder des Transports — falsch erhöht sein kann. Wenn das Labor vermerkt, dass die Probe hämolysiert war, sollte das Ergebnis mit Vorsicht interpretiert oder die Untersuchung wiederholt werden.
Bei Kindern und Neugeborenen sind die LDH-Normwerte höher als bei Erwachsenen, daher werden Kindesergebnisse anhand altersangepasster Referenzbereiche bewertet.
Warum kann der Wert erhöht sein?
Da LDH in vielen Geweben vorkommt, kann ein erhöhter Blutwert verschiedene Ursachen haben.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen — Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz oder Myokarditis können den LDH-Wert erhöhen, da der Herzmuskel geschädigt wird.
Lebererkrankungen wie Hepatitis, Zirrhose oder Leberschäden durch Medikamente oder Toxine sind häufig mit erhöhtem LDH verbunden.
Hämatologische Erkrankungen — hämolytische Anämie (verstärkter Abbau roter Blutkörperchen), megaloblastäre Anämie (verbunden mit Vitamin-B12- oder Folsäuremangel) können den LDH-Wert deutlich erhöhen.
Infektionskrankheiten, insbesondere bei schwerem Verlauf, können Gewebeschäden und damit einen LDH-Anstieg verursachen.
Lungenerkrankungen, einschließlich Lungenembolie oder Lungenentzündung, können ebenfalls mit erhöhtem LDH einhergehen.
Intensive körperliche Belastung, insbesondere lang andauernde oder hochintensive Aktivität, kann LDH vorübergehend durch Mikrotraumata der Muskelzellen erhöhen.
Onkologische Erkrankungen — LDH wird häufig als einer der unspezifischen Marker zur Verlaufskontrolle bestimmter Tumoren eingesetzt.
Warum kann der Wert niedrig sein?
Ein niedriger LDH-Wert im Blut kommt selten vor und hat in der Regel keine wesentliche klinische Bedeutung.
Genetische Faktoren — seltene erbliche Mutationen der LDH-Untereinheiten können zu einer verminderten Enzymaktivität führen. Solche Zustände sind meist asymptomatisch und werden zufällig entdeckt.
Hohe Mengen an Ascorbinsäure (Vitamin C) im Körper können in einigen Fällen die LDH-Aktivität in der Laboruntersuchung unterdrücken.
Es ist zu betonen, dass ein niedriger LDH-Wert an sich selten Anlass zur Sorge gibt und in der Regel keine weitere Abklärung erfordert, sofern keine anderen klinischen Anzeichen vorliegen.
Was ist als Nächstes zu tun?
Wenn Ihr LDH-Ergebnis erhöht ist, ist es wichtig, nicht in Panik zu geraten — es handelt sich um einen unspezifischen Marker, der allein keine bestimmte Krankheit anzeigt.
Erwägen Sie zunächst mögliche einfache Ursachen: Haben Sie kürzlich intensiv Sport getrieben, leiden Sie an einer Infektionskrankheit, oder könnte die Probe hämolysiert gewesen sein?
Ihr Arzt kann zusätzliche Untersuchungen anordnen, um die Ursache der LDH-Erhöhung zu bestimmen: LDH-Isoformenanalyse, großes Blutbild, Leberfunktionswerte, Herzmarker oder andere spezifische Untersuchungen je nach klinischer Situation.
Wenn die LDH-Erhöhung geringfügig ist und keine anderen Symptome oder Auffälligkeiten vorliegen, kann der Arzt empfehlen, die Untersuchung nach einigen Wochen zu wiederholen, um zu beurteilen, ob die Veränderung vorübergehend war.
Verlaufskontrolle
Die Verlaufskontrolle von LDH ist besonders wertvoll, da sie Trends erkennen lässt. Ein einzelnes Ergebnis spiegelt nicht immer die tatsächliche Situation wider — vorübergehende Schwankungen sind normal.
Wenn LDH aufgrund einer bestimmten Ursache erhöht war (zum Beispiel einer Infektion oder körperlicher Belastung), hilft eine Kontrolluntersuchung zu bestätigen, dass der Wert wieder im Normalbereich liegt und das Problem behoben ist.
Bei chronischen Erkrankungen können regelmäßige LDH-Messungen dem Arzt helfen, den Krankheitsverlauf und die Wirksamkeit der Behandlung zu beurteilen.
Im Laufe der Zeit liefert Ihre persönliche LDH-Verlaufsgeschichte dem Arzt wesentlich wertvollere Informationen als einzelne Messungen.
Fragen an Ihren Arzt
- Was könnte die Ursache meines erhöhten LDH-Wertes sein, unter Berücksichtigung meiner anderen Untersuchungsergebnisse und Symptome?
- Ist eine LDH-Isoformenanalyse erforderlich, um den Ort der Schädigung genauer zu bestimmen?
- Sollte ich den LDH-Test nach einiger Zeit wiederholen, und wenn ja, wann?
- Welche zusätzlichen Untersuchungen würden helfen, meine Situation zu klären?
- Könnten meine Medikamente oder Lebensstilfaktoren meinen LDH-Wert beeinflusst haben?