AMH (Anti-Müller-Hormon)
AMH (Anti-Müller-Hormon) ist ein Marker für die Ovarialreserve, wichtig für die Beurteilung der Fruchtbarkeit und Schwangerschaftsplanung.
Aktualisiert: 2.9.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was ist AMH
Das Anti-Müller-Hormon (AMH) ist ein Protein, das von kleinen Eierstockfollikeln produziert wird. Sein Blutspiegel spiegelt die sogenannte Ovarialreserve wider — wie viele Follikel noch vorhanden sind. AMH ist nicht an die Phase des Menstruationszyklus gebunden, daher kann Blut an jedem beliebigen Zyklustag entnommen werden.
AMH ist einer der wichtigsten Marker zur Beurteilung der Fruchtbarkeit und Planung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion.
Referenzbereiche
Der AMH-Wert hängt stark vom Alter ab — das ist natürlich, da die Ovarialreserve mit jedem Jahr abnimmt. Orientierungswerte (ng/mL):
- Hohe Ovarialreserve: über 3,0 ng/mL
- Normale Reserve: 1,0–3,0 ng/mL
- Verminderte Reserve: 0,5–1,0 ng/mL
- Sehr niedrige Reserve: unter 0,5 ng/mL
Diese Bereiche sind Richtwerte. Der Laboratoriumsreferenzbereich und die ärztliche Beurteilung unter Berücksichtigung von Alter und klinischen Daten sind am wichtigsten.
Wichtig zu wissen: Ein hoher AMH-Wert bedeutet keine bessere Fruchtbarkeit — er ist nur ein Indikator für die Follikelanzahl, nicht für die Eizellqualität.
Warum AMH niedrig sein kann
Ein niedriger AMH-Wert weist meistens auf eine verminderte Ovarialreserve hin. Dies ist ein natürlicher Prozess, der sich nach dem 35. Lebensjahr beschleunigt. Weitere mögliche Ursachen: frühere operative Eingriffe an den Eierstöcken (Zystenentfernung), Chemotherapie, Endometriose oder genetische Faktoren.
Ein niedriger AMH-Wert sollte nicht als Unfruchtbarkeitsdiagnose interpretiert werden — Frauen mit niedrigem AMH können auf natürlichem Weg schwanger werden, aber das Fruchtbarkeitsfenster kann kürzer sein.
Warum AMH hoch sein kann
Ein ungewöhnlich hoher AMH-Wert (über 5–6 ng/mL) kann mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) zusammenhängen, bei dem sich viele kleine Follikel in den Eierstöcken ansammeln. Bei PCOS geht ein hoher AMH oft mit unregelmäßigen Zyklen, erhöhtem Testosteron und Insulinresistenz einher.
In seltenen Fällen kann ein sehr hoher AMH auf einen Granulosazelltumor hinweisen.
Nächste Schritte
Wenn AMH unter 1,0 ng/mL liegt und eine Schwangerschaft geplant ist, lohnt es sich, so bald wie möglich einen Reproduktionsspezialisten aufzusuchen. Wenn AMH normal ist, das Alter sich aber 35 nähert, hilft eine prophylaktische Überwachung bei der Zukunftsplanung.
Wenn AMH hoch ist und Zyklusstörungen bestehen, kann der Arzt auf PCOS testen.
Verlaufsbeobachtung
AMH nimmt mit dem Alter natürlich ab und weist keine Saisonalität auf. Durch Wiederholung des Tests alle 6–12 Monate lässt sich beobachten, wie schnell die Reserve abnimmt. Im QbiLabs-Diagramm ist dies besonders gut erkennbar — ein plötzlicher Rückgang ist informativer als ein einzelner Wert.
Fragen an den Arzt
1. Entspricht mein AMH-Wert der Norm für mein Alter? 2. Sind zusätzliche Fertilitätstests notwendig (Follikelzählung per Ultraschall)? 3. Bei niedrigem AMH — ist eine Eizellkryokonservierung in Betracht zu ziehen? 4. Kann mein hoher AMH auf PCOS hinweisen? 5. Wie oft sollte ich den AMH-Test wiederholen?
*Dies ist keine medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei gesundheitsbezogenen Entscheidungen einen Arzt.*