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DHEA-S: was dieser Marker bedeutet

Was ist DHEA-S, Referenzbereiche, Ursachen für hohe oder niedrige Werte und Fragen an Ihren Arzt.

Aktualisiert: 25.8.2026

Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)

Für wenBereichEinheit
Männer102416µg/dL (µmol/L)
Frauen45320µg/dL (µmol/L)

Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.

Was ist DHEA-S

DHEA-S (Dehydroepiandrosteron-Sulfat) ist ein Steroidhormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Es ist die sulfatierte Form von DHEA, die im Körper in aktivere Androgene (Testosteron) und Östrogene umgewandelt werden kann, weshalb DHEA-S oft als Hormonvorstufe oder Prohormon bezeichnet wird.

Eine wichtige Eigenschaft von DHEA-S ist, dass sein Blutspiegel im Tagesverlauf relativ stabil bleibt, da DHEA-S eine lange Halbwertszeit hat (etwa 10–20 Stunden). Das macht die Messung bequemer als bei DHEA, das im Tagesverlauf schwankt. DHEA-S spiegelt das allgemeine Niveau der adrenalen Androgenproduktion wider und nimmt mit dem Alter natürlich ab — es erreicht seinen Höhepunkt im dritten Lebensjahrzehnt und sinkt danach pro Jahrzehnt um etwa 10–20 %.

Referenzbereiche

DHEA-S wird in µg/dL gemessen. Die Referenzbereiche unterscheiden sich nach Geschlecht:

  • Männer: 102–416 µg/dL
  • Frauen: 45–320 µg/dL

Es ist sehr wichtig zu beachten, dass diese Werte für Erwachsene gelten. Bei älteren Personen (über 60 Jahre) liegen normale Werte in der Regel im unteren Bereich des Intervalls, und das ist kein pathologischer Befund. Einige Laborkataloge geben separate Intervalle nach Altersgruppe an.

Warum DHEA-S erhöht sein kann

Ein erhöhter DHEA-S-Wert deutet meistens auf eine übermäßige adrenale Androgenproduktion hin. Mögliche Ursachen:

  • Nebennierenhyperplasie oder -tumor: Übermäßige Aktivität des Nebennierengewebes ist eine der Hauptursachen.
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Bei Frauen mit PCOS ist DHEA-S häufig erhöht.
  • Cushing-Syndrom: Die Überaktivität der cortisolproduzierenden Drüsen kann DHEA-S ebenfalls erhöhen.
  • Androgenproduzierende Tumoren: Ein seltener, aber schwerwiegender Befund, besonders bei sehr hohen Werten.
  • Chronischer Stress: Obwohl Cortisol schneller auf Stress reagiert, kann langfristiger Stress die Nebennierenfunktion beeinträchtigen.

Warum DHEA-S niedrig sein kann

Ein niedriger DHEA-S-Wert spiegelt meist eine verminderte Nebennierenproduktion oder den natürlichen Alterungsprozess wider:

  • Alter: Dies ist die häufigste Ursache. Ein niedriger DHEA-S im höheren Alter ist physiologisch normal.
  • Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison): Wenn die Nebennieren nicht genügend Hormone produzieren.
  • Hypopituitarismus: Die Hirnanhangsdrüse steuert die Nebennieren, daher vermindert ihre Funktionsstörung DHEA-S.
  • Langfristige Kortikosteoideinnahme: Steroidmedikamente unterdrücken die Nebennierenfunktion.
  • Chronischer Stress und Burnout: Paradoxerweise kann ein chronischer Stresszustand langfristig die Nebennieren erschöpfen.

Was Sie als Nächstes tun sollten

Wenn DHEA-S außerhalb des Referenzbereichs liegt, hängen die nächsten Schritte von der Abweichungsrichtung und den klinischen Symptomen ab.

Bei erhöhtem DHEA-S wird der Arzt die Nebennierenfunktion wahrscheinlich umfassender untersuchen wollen — Cortisol, 17-OH-Progesteron und bei Frauen weitere Androgene. Bei niedrigem DHEA-S lohnt es sich, die gesamte Nebennierenachse zu bewerten und die Hypophysenwerte zu prüfen.

Aus Lebensstilperspektive unterstützen guter Schlaf, Stressbewältigung und eine ausgewogene Ernährung die Gesundheit der Nebennieren. Hochintensives Training ohne ausreichende Erholung kann die Nebennieren zusätzlich belasten.

Beobachtung im Zeitverlauf

DHEA-S ist einzigartig, da seine Altersverlaufskurve einer der beständigsten hormonellen Marker ist. Das bedeutet, dass er als langfristiger Marker für die Nebennierengesundheit aussagekräftig sein kann.

Wenn bei Ihnen PCOS oder eine Nebennierenfunktionsstörung diagnostiziert wurde, ermöglicht eine regelmäßige DHEA-S-Überwachung (alle 6–12 Monate), den Verlauf der Erkrankung objektiv zu verfolgen. Es lohnt sich auch, diesen Marker zusammen mit Testosteron und SHBG zu beobachten, um ein vollständigeres Bild des Hormonprofils zu erhalten.

Fragen an Ihren Arzt

1. Entspricht mein DHEA-S-Wert meiner Altersgruppe, oder ist die Abweichung signifikant? 2. Sollten Cortisol oder andere Nebennierenmarker zusätzlich überprüft werden? 3. Wenn DHEA-S altersbedingt niedrig ist — gibt es Lebensstilmaßnahmen, die den weiteren Rückgang verlangsamen könnten? 4. Wie oft sollte ich diesen Test wiederholen? 5. Sollten meine anderen Hormonwerte (Testosteron, SHBG) zusammen mit DHEA-S beurteilt werden?

*Dies ist keine medizinische Beratung. Besprechen Sie gesundheitliche Entscheidungen mit Ihrem Arzt.*

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