FSH (follikelstimulierendes Hormon)
FSH — was es ist, Normwerte, warum es erhöht oder erniedrigt sein kann und was Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten.
Aktualisiert: 1.9.2026
Referenzbereiche (typische Erwachsenenwerte)
| Für wen | Bereich | Einheit |
|---|---|---|
| Männer | 1.5 – 12.4 | IU/L |
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor — der Bereich auf Ihrem eigenen Befund gilt immer zuerst.
Was ist FSH
FSH (follikelstimulierendes Hormon) ist ein von der Hypophyse produziertes Hormon, das das Reproduktionssystem reguliert. Bei Frauen fördert FSH die Reifung von Follikeln (den „Kapseln" der Eizellen) in den Eierstöcken. Bei Männern stimuliert FSH die Spermatogenese (Spermienproduktion) in den Hoden.
FSH und LH wirken als Paar: Die Hypophyse reguliert beide über einen Rückkopplungsmechanismus mit den Geschlechtshormonen (Estradiol, Testosteron, Inhibin). Daher werden beide in der Regel gemeinsam untersucht.
Referenzbereiche
Männer: 1,5–12,4 IU/L.
Frauen — abhängig von der Phase des Menstruationszyklus:
- Follikelphase: ~3–10 IU/L
- Ovulationsgipfel: ~6–25 IU/L
- Lutealphase: ~1–9 IU/L
- Menopause: ~25–135 IU/L
Der Referenzbereich des jeweiligen Labors ist am wichtigsten — er spiegelt die verwendete Methode und Kalibrierung wider.
Warum FSH erhöht sein kann
- Menopause — Die Eierstöcke reagieren nicht mehr auf die Signale der Hypophyse, sodass FSH kompensatorisch ansteigt. FSH >25–30 IU/L deutet häufig auf einen menopausalen Status hin.
- Primäre Ovarialinsuffizienz (POI) — Dauerhaft erhöhtes FSH bei jungen Frauen kann auf einen frühen Verlust der Eierstockfunktion hinweisen.
- Hodeninsuffizienz (Männer) — Ein erhöhter FSH-Wert nach Trauma, Infektion oder anderen Ursachen zeigt eine gestörte Spermatogenese an.
- Klinefelter-Syndrom — Eine genetische Erkrankung bei Männern, bei der FSH in der Regel erhöht ist.
- Verminderte Ovarialreserve — Erhöhtes FSH in der frühen Follikelphase (Zyklustag 3) kann auf eine abnehmende Ovarialreserve hinweisen.
Warum FSH erniedrigt sein kann
- Hypothalamus- oder Hypophysenstörungen — Eine zentrale Ursache, die die FSH-Produktion unterdrückt.
- Stress und Mangelernährung — Chronischer Stress, Anorexie oder plötzlicher Gewichtsverlust können die Hypothalamus-Hypophysen-Achse unterdrücken.
- Hormonelle Verhütung — Unterdrückt FSH, um den Eisprung zu verhindern.
- Hyperprolaktinämie — Erhöhtes Prolaktin hemmt die Ausschüttung von Gonadotropinen (FSH und LH).
- Anabolika-Einnahme — Exogene Androgene unterdrücken die FSH-Produktion bei Männern.
- Schwangerschaft — FSH ist physiologisch supprimiert.
Nächste Schritte
Das FSH-Ergebnis muss stets im Zusammenhang mit anderen Hormonen und klinischen Daten bewertet werden. Ein einzelner erhöhter oder erniedrigter FSH-Wert ist keine Diagnose.
Ihr Arzt kann empfehlen:
- Für Frauen — FSH an Zyklustag 3 wiederholen (Standardzeitpunkt der Beurteilung).
- AMH (Anti-Müller-Hormon) zur Beurteilung der Ovarialreserve zu bestimmen.
- Estradiol, LH, Prolaktin und Progesteron zu untersuchen.
- Für Männer — Testosteron zu bestimmen und eine Spermaanalyse durchzuführen.
Verlaufsbeobachtung
FSH-Verläufe sind besonders im Kontext der Fertilität aussagekräftig. Für Frauen mit Kinderwunsch zeigt die Beobachtung von FSH über mehrere Zyklen den Trend der Ovarialreserve. In der Perimenopause bestätigt ein ansteigendes FSH die bevorstehende Menopause.
Bei Männern, die wegen eines Fertilitätsproblems untersucht werden, hilft die Beurteilung der FSH-Stabilität dabei festzustellen, ob das Problem zentraler Natur (auf Hypophysenebene) oder peripherer Natur (auf Hodenebene) ist.
Fragen an Ihren Arzt
1. Entspricht mein FSH-Wert meiner Zyklusphase und meinem Alter? 2. Was sagt das Verhältnis von FSH zu LH aus? 3. Sollte AMH zur Beurteilung meiner Ovarialreserve bestimmt werden? 4. Deutet mein FSH auf eine bevorstehende Menopause oder eine frühe Ovarialinsuffizienz hin? 5. Sollte der Test an einem bestimmten Zyklustag wiederholt werden, um ein genaueres Ergebnis zu erhalten?
*Dies ist keine medizinische Beratung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über alle gesundheitsbezogenen Entscheidungen.*